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Warum wir REPLAI bauen

Silvesterabend in Georgien, ein bezahltes Zimmer — und niemand, der zurückschreibt. Wie die Idee entstanden ist, was wir bauen und wo wir gerade stehen.

von Timon Faux · 23. September 2026 · 5 Min. Lesezeit

Warum wir REPLAI bauen

Kurz gesagt

  • REPLAI sammelt Gästenachrichten an einem Ort und beantwortet sie mit KI. Auf Deutsch, und mit dem Wissen über Unterkunft, Gast und den bisherigen Verlauf. Dazu eine Gäste-App, die der Gast über einen Link öffnet.
  • Du entscheidest, was automatisch rausgeht und was du vorher freigibst.
  • Die Idee ist an einem Silvesterabend in Georgien entstanden, vor einer Tür, die niemand aufgemacht hat.
  • Wir sind zu zweit, kommen aus Niederösterreich und bauen gerade an der ersten Version für Gastgeber.

Silvester, 20 Uhr, und keiner schreibt zurück

Harald und ich stehen an Silvester in Georgien vor einem Haus. Das Zimmer ist über ein Buchungsportal gebucht und bezahlt. Eine Rezeption gibt es nicht, alles soll über eine Telefonnummer laufen.

Wir schreiben. Keine Antwort. Wir rufen an. Nichts.

Unten stehen noch andere Leute mit Koffern, die genau dasselbe Problem haben. Die Wohnungen im Haus werden einzeln vermietet, und die eine Person, die uns alle reinlassen könnte, meldet sich nicht.

Irgendwann haben wir storniert, uns das Geld über das Portal zurückgeholt und kurzfristig etwas anderes genommen. Kurzfristig an Silvester heißt teuer.

Was wir an dem Abend verstanden haben

Danach sitzen wir in einem Restaurant und reden über genau dieses Zimmer. War das ein Scam? Oder hat einfach niemand aufs Handy geschaut?

Wir glauben bis heute, dass es das Zimmer gegeben hätte. Es hat nur niemand zurückgeschrieben.

Für den Gastgeber wird aus so einem Abend eine schlechte Bewertung. Und die bleibt, egal wie schön die Wohnung ist.

Wie Firmen mit ihren Kunden kommunizieren, hat uns schon länger beschäftigt. An dem Abend war klar, wo wir ansetzen wollen: bei Gastgebern in der Kurzzeitvermietung und in der Hotellerie. Zwei Monate später haben wir angefangen, REPLAI zu bauen.

Was REPLAI ist

Gäste schreiben über alles Mögliche — WhatsApp, E-Mail, das Buchungsportal, manchmal eine SMS. Jeder Kanal hat sein eigenes Postfach. Wer mehrere Objekte hat, springt den ganzen Tag zwischen Apps hin und her und sucht, wo die letzte Nachricht eigentlich hereingekommen ist.

REPLAI holt diese Nachrichten an einen Ort. Ein Gespräch bleibt ein Gespräch, auch wenn der Gast dazwischen den Weg wechselt.

Dazu gehört bei uns eine eigene Gäste-App. Der Gast bekommt einen Link — kein App-Store, kein Konto, kein Passwort — und findet dort alles zu seinem Aufenthalt: Anreise und Zugangscode, WLAN, Hausregeln, Extras zum Dazubuchen und die Tipps, die du selbst für die Umgebung hinterlegt hast. Was dort steht, wird seltener gefragt. Und was doch gefragt wird, kann er direkt in der App schreiben, ohne irgendwo anders hinzuwechseln.

Die KI liest den Verlauf, kennt die Unterkunft und den Gast und schreibt jede Antwort neu. Eine Vorlage kann das nicht. Sie weiß nicht, mit wem sie spricht, und auch nicht, dass derselbe Gast vorgestern schon nach dem Parkplatz gefragt hat.

Am wichtigsten ist uns aber, dass du die Kontrolle behältst. Die KI sagt nichts zu, was du nicht freigegeben hast. Was sie aus deinen Angaben nicht belegen kann, landet bei dir und nicht beim Gast. Und du legst fest, wann sie ohne dich antworten darf. Die Check-in-Zeit sofort, die Beschwerde nie.

Dass eine Maschine mitgeschrieben hat, bleibt dabei sichtbar. Seit August 2026 verlangt der EU AI Act genau das — und unabhängig davon merken Gäste es ohnehin. Eine entdeckte Automatik ärgert mehr als eine angekündigte.

Was uns Gastgeber erzählt haben

Bevor wir weitergebaut haben, haben wir mit vielen Vermietern und Property-Managern im DACH-Raum geredet. Drei Dinge sind hängen geblieben.

Die WLAN-Fragen sind gar nicht das Problem. Die fangen die meisten längst mit Vorlagen ab. Die Zeit geht für das drauf, wofür es keine Vorlage gibt: die kurzfristige Änderung, die Beschwerde, die Abstimmung mit der Reinigung.

Viele rechnen auch gar nicht in Stunden. Ein Vermieter hat es so formuliert: Die richtige Frage sei nicht, wie viel Zeit ihn die Nachrichten kosten, sondern was ihn sein Seelenfrieden kostet. Es nervt nicht nur die Menge. Es nervt, dass man nie richtig abschalten kann.

Und jeder hat sich schon irgendwie beholfen. Einer nimmt keine neuen Objekte mehr an, weil die Kommunikation jetzt schon kaum aufgeht. Ein anderer beschäftigt Leute im Ausland, damit es günstiger wird. Eine Vermieterin hat sich eigene Abläufe auf ihrem eigenen Server gebaut. So etwas macht niemand, wenn das Problem klein ist.

Diese Gespräche haben mehr an REPLAI verändert als jede Idee, die wir selbst hatten.

Wer wir sind

Wir sind Harald und Timon, zwei Freunde aus Niederösterreich.

Harald beißt sich in ein Problem so lange rein, bis es gelöst ist. Er verantwortet alles, was bei REPLAI im Hintergrund passiert.

Ich kümmere mich um KI, Automatisierung und darum, dass wir mit den richtigen Leuten reden. Am liebsten baue ich Dinge, die einem Arbeit abnehmen.

Ein Büro haben wir nicht. Wir hackeln mehr oder weniger überall, und unterwegs schauen wir uns gern an, wie Gästekommunikation in anderen Ländern läuft.

Unsere Vision

Ein Gast soll immer jemanden erreichen. Auch an Silvester um 20 Uhr.

Ein Gastgeber soll ein neues Objekt annehmen können, ohne sich zu fragen, ob er die Nachrichten dafür noch schafft. Wie viele Objekte du verwalten kannst, sollte nicht davon abhängen, wie viele Nachrichten du am Tag beantwortest.

Die persönliche Note soll dabei bleiben. Ein Gast soll sich nicht abgefertigt fühlen wie in einem Support-Chat, sondern merken, dass sich jemand um ihn kümmert. Und du sollst dein Handy auch einmal weglegen können, ohne dass etwas liegen bleibt.

Weil wir selbst aus Österreich kommen, bauen wir REPLAI für den DACH-Raum. Auf Deutsch, mit Blick auf die Regeln, die hier gelten, und für Gastgeber, die ihren Gästen nicht wie ein Callcenter schreiben wollen.

Wo wir gerade stehen

Wir bauen gerade die Version, die wir Gastgebern wirklich hinstellen wollen. Einen Termin nennen wir bewusst nicht: REPLAI geht raus, wenn wir es selbst für unsere eigenen Gäste verwenden würden.

In der Zwischenzeit reden wir weiter mit Gastgebern und schreiben hier auf, was wir dabei lernen.

Häufige Fragen

Was ist REPLAI? Ein Werkzeug für die Gästekommunikation. Es sammelt Nachrichten an einem Ort und beantwortet sie mit KI — entweder automatisch oder nach deiner Freigabe. Dazu kommt eine Gäste-App, in der der Gast alles zu seinem Aufenthalt findet.

Für wen ist REPLAI gedacht? Für alle, die Gäste beherbergen: die einzelne Ferienwohnung nebenbei genauso wie Pensionen, kleine Hotels und Verwaltungen mit vielen Objekten.

Wann kann ich REPLAI nutzen? Wir öffnen die Beta schrittweise über die Warteliste. Wer dort steht, wird zuerst gefragt und zahlt das erste Jahr den Gründerpreis.

Antwortet die KI ohne mich? Nur wenn du das willst. Du legst je Objekt und Thema fest, was sie selbst beantworten darf und was sie dir zur Freigabe vorlegt.

Was wird REPLAI kosten? Der Preis richtet sich nach deinem Betrieb: Zahl der Objekte, wie viele Anbindungen du brauchst, welche Funktionen du nutzt und wie viel automatisch läuft. Keine Provision auf deine Buchungen, und die Konditionen stehen vor Vertragsabschluss schriftlich fest.

Wo liegen meine Daten? In Frankfurt. Anwendung und Datenbank laufen in der EU, und die Daten jedes Gastgebers liegen getrennt.


Wenn du vermietest und dir das bekannt vorkommt, trag dich auf die Warteliste ein. Oder schreib uns direkt, wenn du etwas anders siehst. Genau solche Nachrichten haben REPLAI bisher am meisten weitergebracht.

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